Atemschutz

Atemschutz nach der FwDV 7 ist eigentlich recht vielfältig. Es beginnt mit der "klassischen Gasmaske", mit Hilfe derer Schadstoffe aus der Umgebungsluft gefiltert werden. Bei diesen so genannten Filtergeräten ist aber darauf zu achten, dass genügend Sauerstoff, d.h. mindestens 17 Vol.-%, in der Umgebungsluft vorhanden sind. Außerdem dürfen Giftstoffe - je nach Filtertyp - lediglich bis zu einer Konzentration von 1,0 Vol.% enthalten sein. Zudem darf kein Kohlenmonoxid (CO) vorhanden sein. Der typische Feuerwehr-Filter ist der "ABEK P3" nach DIN EN 141. Es handelt sich um einen Mehrzweckfilter, der mittels hochporöser Aktivkohle verschiedene Schadgase filtern kann und durch diverse Filterpapierlagen auch Partikel wie Ruß aus der Atemluft entfernen kann. Das A steht dabei für organische, das B für anorganische Gase. Mit E kennzeichnet man die Nutzbarkeit gegen Schwefeldioxid und Chlorwasserstoff, wobei das K den Einsatz gegen Ammoniak signalisiert.

Nun sind diese Filter teuer und auch nicht immer verfügbar. Zusätzlich ist es ohne Meßeinrichtung kaum möglich, die Schadstoffkonzentration zu messen. Kohlenmonoxid ist hochgiftig, weil es die Sauerstoffaufnahme am roten Blutkörperchen verhindert. Aber leider ist es geruchs- und farblos.

Aufgrund solcher Unwägbarkeiten wird bei Verdacht auf Schadgase immer der so genannte "schwere Atemschutz", also üblicherweise ein Preßluftatmer (PA) - auf "schlau" auch Behältergerät genannt - angelegt. Es gibt zwar auch Regenrations- (ebenfalls Behältergeräte) oder Schlauchgeräte, die spielen bei uns aber keine Rolle.

Ein PA besteht aus einer Art Rucksackgestell, auf dem eine oder zwei Pressluftflaschen geschnallt sind. Es gibt 4- und 6 l-Flaschen und es sind mindestens 1600 l Atemluft enthalten (vgl. untenstehende Tabelle).
Wir nutzen Geräte der Firmen Dräger und Auer. Einsatzbereit kommen da 17,5 Kg zusammen.
Interessant zu wissen ist vielleicht, dass die Schlauchleitungen der Auer-Geräte hier in Weilrod, genauer in Hasselbach bei der Firma AZ Industrietechnik, hergestellt werden.

PA (5K)


PA_Auer (10K)

Ein solches Gerät verfügt über eine Hochdruckbereich, in dem bis zu 300 bar anliegen (resp. 0 bar, wenn die Flasche leer ist…). Der Druckminderer regelt diesen Druck auf 10 bar, der vom Lungenautomaten (im oberen Bild am unteren Rand zu erkennen) an die Atmung des Geräteträgers weitergegeben wird. Mit dem Manometer (die Uhr im linken Bild) hat man jederzeit die Kontrolle über den noch verfügbaren Atemluftvorrat. Bei ungefähr 55 bar informiert eine Warnvorrichtung den Träger mittels eines Signaltons über den zur Neige gehenden Vorrat.


Dabei hat der Signalton nichts mit der Menge zu tun, die man etwa für den Rückweg benötigen würde!! Diese Menge berechnet sich nach der Formel Rückwegluft = doppelte Hinwegluft. Auf der rechten Seite sieht man einen TwinPack mit zwei so genannten Kompositflaschen aus Aluminium (innen) mit Glasfaserverstärkung (außen). Die gibt es aber nicht in Riedelbach. Wir nutzen Geräte wie oben abgebildet mit der klassischen 6 l-Flasche. Damit können wir etwa 40 - 45 Minuten durchhalten. Je nach Anstrengung ist es aber auch deutlich weniger…

PA_2Flaschen (9K)


Flaschengröße (l)

Anzahl der Flaschen

Fülldruck (bar)

Verfügbare Luftmenge (l)

Ø Einsatzdauer (min)

4

2

200

1600

35

6

1

300

1800

40 - 45

6
TwinPack

2

300

3600

60

6,8
(Kompositflaschen)

2

300

4080

90


Streckendurchgang (26K)

Teil der Atemschutzausbildung ist eine jährlich Auffrischung der Fähigkeiten. Dazu muss jeder Atemschutzgeräteträger einen Streckendurchgang in der Atemschutzstrecke in Usingen absolvieren.

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