Feuerlöscher


Besitzt Du einen Feuerlöscher?

Wir denken, ein Feuerlöscher gehört in jeden Haushalt - klar. Dafür gibt es viele gute Gründe. Grundsätzlich sind Feuerlöscher nicht zwingend vorgeschrieben. Behörden können aber in Einzelfällen Auflagen machen, wenn besondere Brandgefahren bestehen. Man sollte daraus aber nicht schließen, dass Schutz nicht nötig sei. Durch die großen Unterschiede, die in Wohnbereichen existieren, kann man es nur nicht sinnvoll regeln. Schnelle Hilfe verhindert oft die Katastrophe und kann Dein und deiner Mitbewohner Leben retten. Gefahren sind vielfältig. Defekte Elektrogeräte, Dein Kind, das ein Feuerzeug findet, und, und, und...

Diese Seite gibt Hinweise, welche Feuerlöscher sinnvoll sind und für welche Arten von Bränden sie eingesetzt werden dürfen.

kohlendioxyd (7K)



Brandklassen

Brandklassen geben Auskunft über die Eignung eines Feuerlöschers zur Bekämpfung spezifischer Brandarten.

Brandklasse A

Brände fester Stoffe, hauptsächlich organischer Natur, die normalerweise unter Glutbildung verbrennen.
Beispiele: Holz, Papier, Stroh, Textilien, Kohle, Autoreifen

Brandklasse B

Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen
Beispiele: Benzin, Benzol, Öle, Fette, Lacke, Teer, Äther, Alkohol, Stearin, Paraffin

Brandklasse C

Brände von Gasen
Beispiele: Methan, Propan, Wasserstoff, Acetylen, Erdgas, Stadtgas

Brandklasse D

Brände von Metallen
Beispiele: Aluminium, Magnesium, Lithium, Natrium, Kalium und deren Legierungen



Der richtige Feuerlöscher / das richtige Löschmittel

Das ist ja schon kompliziert. Welchen Feuerlöscher mit welchem Löschmittel setzt Du also am besten ein, wenn es in Deiner Wohnung brennt? Zunächst sollte das Gewicht beachtet werden. Wegen der leichteren Handhabung sollten in Wohnungen immer 6kg-Feuerlöscher eingesetzt werden. Im Hinblick auf die Folgeschäden sind Schaum- oder Wasserlöscher empfehlenswert. Das Schaummittel ist biologisch abbaubar und gesundheitsunschädlich. Außerdem können diese Feuerlöscher auf den unmittelbaren Brandherd ausgerichtet werden und richten nicht so viele Folgeschäden an, wie etwa Pulverlöscher. Durch die Staubentwicklung beim Einsatz eines Pulverlöschers können auch vom Brand nicht betroffene Einrichtungsgegenstände in Mitleidenschaft gezogen werden. Aber… Wasserlöscher dürfen nicht bei Flüssigkeitsbränden (z.B. Fett in der Küche!) eingesetzt werden. Für den Einsatz im Heizungskeller (Ölheizung) oder in der Garage (Fahrzeug) wird ebenfalls allgemein der Pulverlöscher empfohlen. Pulver hat eben das breiteste Spektrum. Schau' Dir die Löschmittel und ihre Charakteristika einmal genauer an:

Pulver

Brandklassen A, B, und C. Pulver ist ein universelles Löschmittel mit einer hohen Löschwirkung. Es wird häufig in öffentlichen Bereichen, bei Autofeuerlöschern, in Heizungskellern und vielen anderen Einsatzgebieten eingesetzt. Pulver gewährt einen umfassenden Schutz, auch wenn die Ursachen des Feuers vielfältig sein können. Der Nachteil von Pulver ist - wie gesagt - die starke Staubentwicklung beim Austritt aus dem Löscher. Für EDV-Anlagen und Arztpraxen sollte man kein Pulver verwenden, da der Staub hochempfindliche Geräte beschädigen kann.

Pulver (5K)
6 Kg-Pulverlöscher


Schaum


Brandklassen A und B. Löschschaum ist gesundheitsunbedenklich und biologisch abbaubar. Er eignet sich daher besonders für den Einsatz in der Wohnung. Umliegende Einrichtungsgegenstände werden durch Schaum weniger beeinträchtigt, da der Brandherd gezielter bekämpft werden kann als mit Pulver. Somit ist er z.B. auch für Arztpraxen empfehlenswert.


Schaum1 (4K) Schaum2 (6K)
6 kg-Schaumlöscher (verschiedene Ausführungen)


Kohlendioxyd


Brandklasse B. CO² ist das sauberste Löschmittel, da es rückstandslos löscht. Es eignet sich besonders für den Einsatz in Küchen, da hier Lebensmittel verwendet werden oder in Arbeitszimmern mit EDV-Ausstattung, weil es empfindliche Geräte schont. Zum breiten Schutz der Privatwohnung ist es nicht empfehlenswert, da es für das Löschen von Feststoffbränden nur bedingt geeignet ist. Hier besteht das Risiko von Rückzündungen.


kohlendioxyd (7K)
2 kg- und 5 kg-Kohlendioxidlöscher


Wasser


Ist zugelassen für Brandklasse A. Wasser ist ein effektives Löschmittel für Feststoffbrände, zum Löschen von Flüssigbränden ist Wasser aber völlig ungeeignet, da es zum Beispiel beim Auftreffen auf brennendes Fett eine explosionsartige Ausbreitung des Feuers verursacht, was zu erheblichen Verletzungen und deutlich größeren Schäden führen kann.


Wasser (7K)
6 kg-Wasserlöscher



Also was jetzt? Ist ja ziemlich verwirrend. Zusammenfassen kann man sagen, dass Du sowohl mit einem Pulver- als auch mit einem Schaumlöscher für die Privatwohnung gut beraten bist und die häufigsten Brände effizient bekämpfen kannst.

Nützlich ist in Ergänzung zu einem Feuerlöscher in jedem Fall auch eine Löschdecke aus asbestfreiem Glasfasergewebe. Besonders in Herdnähe, wo stets erhöhte Gefahr durch in Brand geratenes Fett besteht, empfiehlt sich die Anbringung einer solchen Löschdecke. Die Löschdecke wird einfach über den Brandherd gelegt und erstickt so die Flammen.

Loeschdecke (6K)

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