Quelle: Usinger Anzeiger, 14.02.2002
Riedelbacher Feuerwehr wartet inständig auf neues Gerätehaus – Planungen liegen seit langem Innenministerium vor
RIEDELBACH (pdz). Die Feuerwehr Riedelbach braucht dringend ein neues Gerätehaus. Dass derzeitige ist nachweislich marode und entspricht auch nicht den geforderten Sicherheitsbestimmungen. Da überraschte es nicht, dass sich der stellvertretende Wehrführer Andreas Hennig bei der Jahreshauptversammlung am Freitag im Dorfgemeinschaftshaus mit Nachdruck für die Realisierung eines Neubaus aussprach. „Sollte sich keine kurzfristige Lösung der Baumaßnahme ergeben, wird die noch vorhandene Motivation der Mitglieder nicht mehr aufrecht erhalten werden können“, betonte Hennig. Doch derzeit heißt es für die Wehrmitglieder in dem Weilroder Ortsteil, sich in Geduld zu üben. Dazu Kreisbrandinspektor Carsten Lauer: „Die Pläne für einen Neubau und der Antrag zur Bezuschussung liegt beim Innenministerium in Wiesbaden. Wir müssen nun auf den Zwischenbescheid warten.“
Und wenn der Feuerwehrbedarfsplan für die Gemeinde unterschriftsreif sei, werde er mit dem Weilroder Gemeindebrandinspektor Dieter Veidt nach Wiesbaden fahren, um die Dringlichkeit zu betonen. „Ich werde mich jedenfalls verstärkt für den Neubau einsetzen. Denn es besteht tatsächlich Handlungsbedarf.“
Eine Aussage, die Lauer nach einer Ortsbesichtigung in den vergangenen Tagen macht. Bei einer Rundreise habe er sich die Einrichtung in Riedelbach angeschaut, aber auch das Gerätehaus in Hasselbach genauer begutachtet. „Und die Priorität geht eindeutig in Richtung Riedelbach“, betonte der Kreisbrandinspektor. Wie berichtet, fordert die Wehr in Hasselbach ebenfalls ein neues Gerätehaus. Dazu Lauer: „Hasselbach hat noch etwas mehr Zeit, selbst wenn das Gerätehaus dort auch nicht gerade optimal ist.“
Eine Aussage, die von den Brandbekämpfern am Freitagabend mit Applaus honoriert wurde. Denn folgt man den Ausführungen von Hennig, herrschen schlimme, kaum mehr tragbare Zustände in dem Gerätehaus in Riedelbach. So ist die Decke der 1929 erbauten ehemaligen Dreschhalle „lediglich mit Heraklitplatten“ verkleidet, sind die Außenwände nicht isoliert. Aufgrund eines „unzureichenden Unterbaus“ komme es zu Bewegungen im gesamten Gebäude. Folgen: Rissbildung in den Wänden, Absenkung des gesamten Torbereichs. In den Wintermonaten könnten die Tore nur mit erheblichen Aufwand geöffnet werden, da es durch Frosteinwirkung zum Auffrieren des Bodens komme. Angesichts derartiger Zustände überrascht es dann auch nicht, wenn Hennig von erheblicher Feuchtigkeit und Schimmelbefall im Gerätehaus spricht. Der stellvertretende Wehrführer weiter: „Aus diesen Gründen wurden bereits die persönlichen Ausrüstungsgegenstände der Einsatzkräfte entfernt.“ Die Gerätschaften und Fahrzeuge seien aber weiterhin den schlechten äußeren Einflüssen ausgesetzt. „Und damit wird die Haltbarkeit dieser Gegenstände erheblich beeinträchtigt“, betont der Feuerwehrmann. Damit aber nicht genug: Das Haus besitze keine sanitären Anlagen, keine Heizung und keine Räumlichkeiten für die Jugendfeuerwehr und für die Einsatzabteilung.
Nach Aussage von Hennig hat auch schon das Regierungspräsidium 1999 festgestellt, dass umfangreiche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten im und am Feuerwehrgerätehaus erforderlich seien. „Ob dies bei der vorhandenen äußerst maroden Bausubstanz wirtschaftlich vertretbar ist, müsse aber in Frage gestellt werden, lautet das Fazit der Behörde“, so der Riedelbacher.
Die Kosten für einen Neubau werden derzeit auf gut 562421 Euro geschätzt. Folgt man den Äußerungen von Siegfried Meinke, Mitglied des Gemeindevorstandes, könne die Gemeinde Weilrod im optimalen Fall mit einem 50-prozentigen Landeszuschuss rechnen.
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