Taunuszeitung vom 14.05.2008
Von Alexander Schneider
Mauloff. Der Rauchpilz über Mauloff war schon von weitem zu sehen. Lange Kolonnen von Feuerwehrautos rasten in den sonst so beschaulichen Weilroder Ortsteil. Im „Haselhaus“ ganz hinten im Heideweg war gestern gegen 15 Uhr ein Feuer ausgebrochen, bei dem zum Glück nur Sachschaden in noch unbekannter Höhe entstanden ist. Aus bislang noch nicht ermittelter Ursache hatte ein Anbau auf der Talseite des Einfamilienhauses Feuer gefangen.
Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der zweigeschossige Bau bereits lichterloh in Flammen. Dem schnellen Eintreffen der Feuerwehr ist zu verdanken, dass das Feuer nicht auf das Haupthaus übergegriffen hat. Gemeindebrandinspektor Dieter Veidt, der als einer der ersten am Einsatzort war, entschied, neun der 13 Weilroder Ortsteilfeuerwehren – außer Cratzenbach, Hasselbach, Winden und Niederlauken – zu alarmieren, vor allem, um genügend Atemschutzgeräteträger an die Brandstelle zu beordern. Veidt, der den Einsatz gemeinsam mit seinem Stellvertreter Holger Sorg leitete, zeigte sich mit der Tageseinsatzstärke der Wehren zufrieden. Rund 40 Einsatzkräfte, darunter rund ein Dutzend ausgebildete Atemschutzgeräteträger, trafen nach und nach im Heideweg ein.
Kreisbrandinspektor Carsten Lauer, der sich persönlich an der Einsatzstelle von Dieter Veidt über die Löscharbeiten unterrichten ließ, hatte zuvor zur Verstärkung noch rund ein Dutzend Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Usingen mit dem Einsatzleitwagen, der Drehleiter DLK 23/12 sowie dem TLF 20/45 nach Mauloff geschickt.
Immer wieder schlugen aus dem Dach des Anbaus Flammen, die sich unter der Dachhaut nach oben gefressen hatten. Der Einsatzleiter schickte daraufhin über Steckleitern Männer unter schwerem Atemschutz hinauf, sie sollten das Dach abdecken, damit das Feuer nicht doch noch auf das Haupthaus übergreifen konnten. Im Untergeschoss des Anbaus befindet sich eine Werkstatt, das Obergeschoss wurde von den Hausbewohnern als Abstellraum genutzt.
Während die Löschmannschaften der Weilroder Wehren den Brand von der Gartenseite her bekämpften, brachten die Usinger Kollegen vom Heideweg aus die Drehleiter in Stellung, um die heiße Dachhaut von oben her zu kühlen.
Die Hausbesitzer, ein Rentnerehepaar, waren zum Zeitpunkt des Feuers nicht zu Hause. Der 15 Jahre alte Florian Hedwig aus dem Nachbarhaus war aber gerade mit seinem Freund Markus Pauly (17) und Hund Laika spazieren. Die Jungs entdeckten die Rauchentwicklung und handelten vorbildlich. Während sich Markus Pauly, der Mitglied der Jugendfeuerwehr ist, den ersten Überblick verschaffte, rannte Florian nach Hause und informierte seine Mutter. Katja Hedwig alarmierte daraufhin sofort die Feuerwehr, während Florian über den Zaun kletterte und schon einmal das Tor öffnete, damit die schon eintreffenden Löschtrupps freien Zugang hatten.
Katja Hedwig lief nach dem ersten Schreck hinüber zum „Haselhaus“ und klingelte Sturm: „Ich wusste nicht, ob jemand daheim war, schließlich stand der schwarze Jeep im Garten“, berichtete sie der TZ über den Gartenzaun. Die Erleichterung war groß, als sie die Nachbarn, die gerade in Frankfurt waren, endlich am Telefon hatte. Gute Nachrichten hatte sie zwar nicht für sie, aber immerhin war bei dem Feuer niemand verletzt worden.
© 2008 Rhein-Main.Net
Usinger Anzeiger vom 15.05.2008
Außen angebauter Schuppen brannte an einem Wohnhaus im Heideweg nieder
MAULOFF (sn/bu). Weiterhin ungeklärt ist die Ursache für einen Brand am Dienstagmittag in Mauloff. Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei liegen keine Hinweise auf eine Straftat vor. Zur Schadenshöhe machten die Beamten keine Angaben. Nachdem die Weilroder Feuerwehren in letzter Zeit zu mehreren Fehlalarmen nach Mauloff ausrücken mussten, war es dieses Mal Ernst. Gegen 15.15 Uhr wurde ein Wohnhausbrand im Heideweg gemeldet.
In einem Anbau eines Wohnhauses hatte es im Keller, wo Zeitungen und Gartengerät gelagert waren, zu brennen begonnen. Die Flammen und der Rauch zogen außen an der Hauswand unter den Dachstuhl hoch und erfassten einen angebauten Holzschuppen. Der Schuppen ist völlig ausgebrannt, ein Übergreifen auf das Wohnhaus konnte jedoch verhindert werden. Personen waren zur Zeit des Brandes nicht im Gebäude.
Nachdem zunächst die Freiwilligen Feuerwehren aus Mauloff, Riedelbach, Altweilnau und Neuweilnau sowie die Drehleiter aus Usingen angerückt waren, wurden eine halbe Stunde später noch die Wehren aus Emmershausen, Oberlauken, Rod an der Weil und Gemünden nachalarmiert.
Zusätzlicher Atemschutz aus Kronberg traf der Abrollbehälter Atemschutz ein, um bei Bedarf die Atemschutzgeräte austauschen zu können. Denn vier Trupps wurden unter Atemschutz eingesetzt. Der Abrollbehälter Atemschutz stellt den Wehren weitere Atemschutzgeräte zur Verfügung, da jedes nur kurze Zeit eingesetzt werden kann, bevor ein neues zum Einsatz kommen muss. Nach dem Einsatz dauert es etwa drei Tage, bis ein Atemschutzgerät wieder gereinigt ist und wieder benutzt werden kann.
Der Löschangriff erfolgte mit drei C-Rohren unter Leitung des Gemeindebrandinspektor Dieter Veidt und seines Stellvertreters Holger Sorg. Mit Hilfe der Wärmebildkamera aus Usingen wurden heiße Stellen unter dem Dach entdeckt, woraufhin das Dach stellenweise geöffnet wurde. Gegen 17 Uhr rückten die Wehren wieder ab. Die Kriminalpolizei in Bad Homburg hat keine strafbare Handlung feststellen können, wie Michael Huber von der Polizeidirektion mitteilte.
© 2008 Usinger Anzeiger
Webmaster
Copyright - Freiwillige Feuerwehr Riedelbach 1934 e.V.